Leonardo da Vinci und die Bionik

Kreativität / Kultur / Kunst

Leonardo da Vinci und die Bionik

Ich beschäftige mich nun schon eine ganze Weile mit Kreativitätstechniken – beruflich, wie privat – und habe festgestellt, dass man tatsächlich überall welche findet, wenn man die Augen offen hält.

Im Moment läuft in Nürnberg Da Vinci – Das Genie, eine Ausstellung über das facettenreiche und produktive Leben des Universalgenies. Für mich als Kunsthistorikerin ist das quasi eine Pflichtveranstaltung. Die Kuratoren und Historiker haben für die Ausstellung viele unterschiedliche Aspekte seines Oeuvres zusammengetragen: es gibt bekannte Werke, aber auch eher unbekannte Schöpfungen des Meisters sind zu sehen. Ganz besonders beeindruckend finde ich persönlich die Nachbauten seiner Pläne, die man als Besucher sogar selbst bedienen kann. Und genau hier bin ich auf eine Kreativitätstechnik gestoßen: die Bionik.

Was ist die Bionik?
Man überträgt Anregungen aus der Natur (BIO) auf die Technik (NIK). Oft zitierte Bionik-Beispiele sind der Lotuseffekt, das Abperlen von Flüssigkeiten oder die sog. Riblet-Folie um Luftwiderständen zu reduzieren (Vorbild: Haifischhaut). Noch bekannter ist nur der Reißverschluss, der als Vorbild die kleinen Widerhaken der Klettpflanzen hat.

Und genau das tat Leonardo da Vinci (1452-1519) bereits vor 500 Jahren. Er beobachtete seine Umwelt und die Natur um ihn herum um Anregungen für seine Maschinen und Prototypen zu finden. Er nutzte das Vorbild der Natur. In der Ausstellung in Nürnberg befindet sich ein Modell eines Flugapparates, mit welchem sich der Mensch vogelgleich in die Lüfte erheben sollten. Und Tatsache: die Gesamtkonstruktion erinnert an die Flügel einer Fledermaus.

Da Vinci war also nicht nur der Schöpfer des mysteriösen Lächelns der Mona Lisa, sondern für mich einer der Väter der modernen Kreativitätstechniken.

BTW: die Ausstellung ist wirklich sehenswert – also hingehen – läuft bis zum 10.08.2014 auf dem Quelle-Areal!

Kreative Ideen – Inspirationen aus Hamburg

Idee / Kreativität / Reisen

Der Buttomat 1000

Ich kann mich noch sehr gut an meine Kindheit erinnern, als ich nach der Schule an diesen bunten Kaugummi-Automaten vorbei kam und immer wieder in Versuchung geriet, mein Taschengeld für süße Schleckereien auszugeben. Diese Zeiten sind wohl vorbei.

Aber was ist mit all den ausgemusterten Automaten passiert?

An vielen Ecken in Hamburg haben wir den Buttomat 1000 gefunden – umgebaute Kaugummiautomaten gefüllt mit witzigen Buttons.

Wer sich ein wenig mit Kreativitätstechniken befasst, der kennt dieses Anknüpfen an alte Ideen. Die meisten kreativen Ideen kommen nicht aus heiterem Himmel geflogen, sondern sind eine Weiterentwicklung Bestehender. In Hamburg haben sich kreative Geister vielleicht folgende Frage gestellt: „Wofür kann ich Kaugummi-Automaten sonst noch verwenden?“ und voilà: der Buttomat 1000 war geboren.